Innovationsforum „Bioaktive Zellfilter“ stellt neues Therapieverfahren zur Heilung einer Blutvergiftung vor

Am 14. und 15. März 2011 fand im Rahmen einer BMBF-Förderinitiative das Innovationsforum „Bioaktive Zellfilter“ im Biomedizinischen Forschungszentrum in Rostock statt.

Mithilfe solch eines Innovationsforums können „Strategien für einen Weg auf den Markt entwickelt und ein starker Impuls in die richtige Richtung gegeben werden“, beschreibt Manfred Hempe vom Projektträger DLR das Motiv für diese Unterstützung.

2001 Innovatoinsforum 1Dr. Jens Altrichter, Geschäftsführer der ARTCLINE GmbH, eröffnete die Veranstaltung mit rund 50 Teilnehmern.

„Wir wollen eine bekannte Technologie vorstellen und gemeinsam herausarbeiten, in welchen Bereichen sie zusätzlich angewandt werden kann“, erläutert Altrichter sein Ziel dieses Innovationsforums.

In seinem Vortrag stellte der Mediziner das weltweit erste bioaktive Immun-Unterstützungssystem zur Behandlung einer Sepsis vor. Eine erste klinische Studie mit zehn Patienten ergab u.a. eine deutliche Verbesserung der Entzündungsreaktion. Sechs der zehn Patienten konnten aus dem Krankenhaus entlassen werden, was einer Verdopplung gegenüber den Vorhersage-Scores bedeutet. Bei dieser Behandlung wird das Blutplasma der Betroffenen außerhalb des Körpers durch frische Immunzellen von Spendern therapiert, wobei die Spender-Immunzellen durch ein Filtersystem vom Blutkreislauf des Patienten getrennt sind, so dass Abstoßungs-Reaktionen zwischen den beiden Immunsystemen vermieden werden.

Zurzeit läuft eine weitere klinische Studie mit höheren Zellzahlen. Dieses Verfahren zur Anwendung in der Medizin wird in Rostock mit Unterstützung des Fraunhofer Instituts für Zelltherapie und Immunologie weiterentwickelt. Hierzu wurde in Rostock die Fraunhofer-Arbeitsgruppe „Extrakorporale Immunmodulation“ gegründet. In einer feierlichen Vertragsunterzeichnung vor Beginn des Innovationsforums wurde dem Mediziner und wissenschaftlichen Berater von ARTCLINE, Professor Steffen Mitzner, die Leitung dieser Arbeitsgruppe übertragen.

2001 Innovatoinsforum 2Die Teilnehmer diskutierten im Anschluss die potenziellen neuen Geschäftsfelder für bioaktive Zellfilter. Prof. Dr. Steffen Mitzner führte zusammen mit Dr. Altrichter und Dr. Jörg Vienken von der Fresenius Medical Care AG durch die Diskussion. Unter anderem wurde von Professor Udo Kragl, Dekan der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock vorgeschlagen, die immunologischen Fresszellen auch in der Umwelttechnik, z.B. in einer Kläranlage einzusetzen, was kontrovers diskutiert wurde.

Bioaktive Filter auch auf andere Anwendungsfelder in der Biotechnologie oder der Lebensmittel- und Umwelttechnologie zu übertragen, wurde zwar in Aussicht gestellt. Die abschließenden Diskussionen und die Vorträge zeigten aber auch, dass es vorerst vor allem um eine Weiterentwicklung der Technologie im Bereich der Medizin gehen wird.

Die ARTCLINE GmbH bedankt sich an dieser Stelle bei dem Forum Leberdialyse e.V. für die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung.